Vaginismus betroffene Frau

Vaginismus – 1. Selbsthilfegruppe für Frauen in Österreich

Vor wenigen Tagen traf ich die Gründerin der ersten Selbsthilfegruppe für Frauen mit Vaginismus in meiner Praxis. Christina ist eine 34 jährige attraktive Frau, die mich durch ihre Geschichte über ihren jahrelangen Leidensweg tief berührte. Heute gilt sie als geheilt, doch sie hat alle Höhen und vor allem unendliche Tiefen dieser wenig bekannten Erkrankung durchlebt und will zukünftig mit ihrem Wissen und ihrer Geschichte anderen Frauen helfen und bei ihrem Weg unterstützen.  

Was ist Vaginismus?

Vaginismus bezeichnet die unfreiwillige Kontraktion der Muskeln rund um die Scheidenöffnung bei Frauen ohne auffällige Veränderungen der Geschlechtsorgane. Durch diese unwillkürliche Verkrampfung des Beckenbodens und des äußeren Drittels der Vaginalmuskulatur, scheint der Scheideneingang eng oder wie verschlossen.

2 Arten von Vaginismus

Primärer Vaginismus:

Beim primären Vaginismus war es einer Frau noch niemals möglich, etwas schmerzfrei in die Vagina einzuführen. Er wird meistens erst in der Pubertät oder bei adoleszenten Frauen entdeckt, weil vorher kein diesbezüglicher Versuch unternommen wurde. Betroffenen Frauen ist es oftmals unmöglich ein Tampon einzuführen oder Geschlechtsverkehr zu haben.

Sekundärer Vaginismus:

Beim sekundären Vaginismus gibt es ein bestimmtes Ereignis als Auslöser für die nun anhaltende unwillkürliche Kontraktion. Mögliche Auslöser sind traumatische Erlebnisse, wie eine Vergewaltigung oder eine schwierige Geburt. Aber auch weniger dramatische Ereignisse, wie eine unsanfte Untersuchung beim Gynäkologen oder Beschwerden beim Sex, können zu sekundärem Vaginismus führen.

Folgeerscheinungen des Vaginismus

Probleme der Sexualität sind oft sehr belastend, denn Intimität und Sexualität sind ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken für viele Menschen. Eine erfüllende Sexualität ist ein wichtiger Aspekt für Wohlbefinden und Gesundheit.

Ist eine befriedigende Sexualität nicht möglich, ist dies sehr häufig mit massiven psychischen und physischen Problemen bei den betroffenen Menschen, egal ob Mann oder Frau, verbunden:

  • Angst den Partner zu verlieren bzw. nie einen Partner finden zu können, keine Familie gründen zu können.
  • Angst mit jemanden darüber zu sprechen, weil man sich selbst dafür die Schuld gibt und sich dafür schämt.
  • Angst, dass der Zustand für immer so bleiben wird und es zu keiner Besserung kommt.
  • Das Gefühl keine „normale Frau“ zu sein bzw. sich unzulänglich als Frau zu fühlen, weil man nicht „normalen“ Sex und eine normale Partnerschaft leben kann.
  • Angst davor zum Gynäkologen zu gehen, weil man Panik vor der Untersuchung hat.
  • Oftmals werden Versuche unternommen, etwas in die Vagina einzuführen, um zu testen, ob es nun endlich ohne Schmerzen möglich ist. Die dadurch immer wieder erfahrbare Bestätigung des Schmerzes und des nicht Funktionierens, führt zu noch mehr Angst, zu Frust, großer Verzweiflung bis hin zu Suizidgedanken.
  • Nicht selten erleidet der Partner im Laufe der Zeit Erektionsprobleme, da auch er unter der Angst etwas falsch machen zu können und seiner Partnerin Schmerzen zu zufügen leidet.

Hilfe bei Vaginismus

Für Christina war es nicht einfach, sich professionelle Hilfe zu holen. Erst der Freund konnte sie dazu motivieren. Die erste Sexualtherapie empfand sie als sinnlos. Es waren 2 lange Jahre in denen sie mit der Therapeutin durch Gespräche versuchte, das Problem zu lösen. Ohne Erfolg.

Erst der Wechsel zu einem leider schon pensionierten Sexualtherapeuten, gab ihr das notwendige Vertrauen in sich selbst und die notwendige Begleitung auf allen Ebenen – psychisch wie körperlich – um in langsamen Schritten dem Ziel näher zu kommen.

Immer mehr vertraute sie sich auch Freundinnen an und erfuhr dort viel Zuspruch, Mut und Halt. Sich zu öffnen war so lange Zeit die größte Angst für Christina. Niemand sollte von ihrem Problem erfahren. Sich jemanden anvertrauen zu können und auch zu hören, dass auch andere Frauen nicht selten an sexuellen Problemen leiden, half Christina sehr, sich nicht mehr so unzulänglich als Frau zu fühlen.

Christina´s Weg aus dem Vaginismus baute auf unterschiedlichen Pfeilern auf:

  • Professionelle Hilfe, um einen neuen Zugang zum Thema Sexualität und zum eigenen Körper zu finden.
  • Beckenbodentraining unter anderem mit Biofeedback um zu sehen, ob sie auch wirklich die richtigen Muskeln entspannt bzw. anspannt.
  • Dilatorentraining: Die Dilatoren in immer zunehmender Größe dienen zur Sensibilisierung der Vagina. Es soll der Muskulatur auf sanfte Art beigebracht werden, dass sich diese nicht verkrampfen soll, wenn etwas in die Scheide eingeführt wird. 
  • Leben einer selbstbestimmten Sexualität, das heißt, sie lernte sich selbst so weit kennen, dass sie auch kommunizieren konnte, was ihr gut tat und was nicht. Sie lernte selbst an der gemeinsamen Sexualität aktiv mitzuwirken, anstatt passiv diese über sich ergehen zu lassen.
  • Austausch mit Freundinnen, Freunden über ihr Problem.

Erste Selbsthilfegruppe für Vaginismus in Wien

Austausch mit Betroffen gibt Halt und macht Mut, um den Kampf gegen diese Krankheit aufzunehmen. Ziel der Selbsthilfegruppe ist es, sich dabei gegenseitig zu unterstützen, wertvolle Tipps und Erfahrungen auszutauschen und von einander zu lernen.

Hier findest du nochmals die Links zu Christina´s Selbsthilfegruppe und ihre Kontaktmöglichkeiten. Geplant sind monatliche Treffen unter Gleichgesinnten aber auch bereits geheilten Frauen.

wien.gv.at

sozialinfo.wien.at

Zusätzlich gibt es noch einen Folder zur Selbsthilfegruppe Vaginismus:

Folder_Einzelseiten_Invisible_Wall.pdf

 

Umfassende Informationen zum Thema Vaginismus findest du auf der deutschen Seite https://www.vaginismus-selbsthilfe.de/  Hier findest du auch eine ganz genaue Beschreibungen und Kaufempfehlungen zum Dilatorentraining und Beckenbodentraining

 

 

Infos zu Christina´s Selbsthilfegruppe für Frauen mit Vaginismus:


Folder SHG Vaginismus



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