Erektionsprobleme

Erektionsstörungen und vorzeitiger Samenerguss - Ein Teufelskreislauf der Angst

Erektionsstörungen können Männer, egal welchen Alters, treffen und haben häufig tiefgehende Auswirkungen auf das Sexleben und das psychische Wohlbefinden.

Angst begünstigt sowohl die Erektionsstörung als auch den vorzeitigen Samenerguss

Die Angst zu versagen spielt im Laufe der Zeit eine immer größer werdende Rolle.

Zu den zwei häufigsten sexuellen Störungen des Mannes zählen:

  • Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion)
  • vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)

In manchen Fällen ist der Mann sogar von beiden Problemen betroffen, da die ursächlichen körperlichen Prozesse im Körper beides begünstigen. Doch mehr dazu später.

Ich möchte in diesem Artikel näher auf die physiologischen (körperlichen) und psychischen Zusammenhänge der Angst zu Versagen und der Erektion und dem vorzeitigen Ejakulieren eingehen. Schwerpunktmäßig fokussiere ich mich jedoch auf die Erektionsstörung.

Erektionsstörung: Körperliche Ursachen müssen ausgeschlossen werden

Jede Erektionsstörung mit oder ohne vorzeitigen Samenerguss sollte durch den Urologen und eventuell dem Internisten abgeklärt werden. Es gilt körperliche Erkrankungen wie zum Beispiel Testosteronmangel, Durchblutungsstörung, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auszuschließen beziehungsweise zu behandeln. Eventuell kann dich eine vorübergehende medikamentöse Behandlung durch Cialis, Viagra oder ähnliches bei der Überwindung deiner Angst zu Versagen bei der Erektionsstörung unterstützen.  

Teufelskreislauf der Angst bei Erektionsstörungen (Erektiler Dysfunktion)

Um Veränderungen bei Erektionsproblemen herbeizuführen, ist ein Verständnis der physiologischen und psychologischen Zusammenhänge wichtig. Jeder Mensch ist individuell unterschiedlich, doch es zeigen sich gehäuft ähnliche Muster. Diese Muster, die mir im Verlauf meiner Arbeit als Sexualberaterin gehäuft aufgefallen sind, möchte ich hier näher beschreiben.

Vielleicht findest du dich ebenso in diesen wieder und erlangst dadurch mehr Klarheit über deine Erektionsprobleme.

Stress und die Sorge zu versagen, stehen dem genussvollen Sex im Weg

Die Erfahrung, dass sich ein Mann nicht mehr 100 % auf seinen Penis verlassen kann, kann diesen sehr in seiner männlichen Identität und seinem Selbstwert irritieren. Die Unsicherheit in intimen Begegnungen und das Nachdenken über diese veränderte Situation beginnen. Statt die Lust und Erregung beim Sex zu genießen, wächst die Sorge vor einer neuerlichen „Niederlage“.

Stress aktiviert den Nervus Sympathicus - in diesem Modus gibt es keine Erektion

Durch die Angst kommt es unbewusst zu einer Anspannung des Körpers, die wiederum zu einer flacheren Atmung führt. Zusätzlich aktiviert diese Stresssituation den Nervus Sympathicus. Alle diese Faktoren stehen der Entstehung einer guten sicheren Erektion im Weg. Die erhöhte Muskelspannung und der aktivierte Sympathikus verengen die Blutgefäße und verhindern dadurch das ausreichende Füllen der Schwellkörper im Penis mit Blut.

Die unsichere Erektion bleibt im Fokus der Aufmerksamkeit. Statt im Spüren der Empfindungen beim Sex und im Genuss der Leidenschaft zu sein, ist der Kopf mit seinen Gedanken aktiv. Die Gedanken und Emotionen können sehr unterschiedlich sein. Selbstzweifel, Wut, Enttäuschung, Scham, Traurigkeit und Angst nicht gut genug für das Gegenüber zu sein, machen sich vielleicht breit. Diese verständlichen Emotionen, führen unbewusst zur Verstärkung der Stressreaktion im Körper und verhindern dadurch eine Aufrechterhaltung der Erektion. Erneut kommt es zur Bestätigung der Erektionsstörung.

Erektionsstörungen führen zu Frust beim Mann UND der Partnerin

Frust macht sich breit – beim Mann und oftmals auch bei der Partnerin, die sich unbewusst vielleicht sogar die Schuld für diese Situation gibt und denkt, der Mann fände sie nicht attraktiv genug oder er fände den Sex mit ihr nicht geil genug. Sexueller Rückzug auf beiden Seiten ist nicht selten die Folge.

Manchmal löst die Angst noch zusätzlich vorzeitigen Samenerguss aus

Dieser Kreislauf der Angst ist ebenso beim vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio praecox) zu finden. Nicht selten leiden deshalb Männer sogar unter beiden Problemen, die sich aufgrund der Aktivierung des Sympathikus und der unbewussten Abläufe im Köper durch die Angst (erhöhter Muskeltonus, sehr flache Atmung usw.) erklären lassen.

Eine Erektion braucht eine geistige und körperliche Entspannung

Für eine Erektion des Penis ist die Aktivierung des Gegenspielers, des Nervus Parasympathicus, notwendig. Dieser wird bei Entspannung aktiviert. Diese Entspannung ist vor allem dann gegeben, wenn die Gedanken im Kopf ausgeschalten sind und der Mann im Spüren der eigenen Lust und Leidenschaft ist, sich fallen lassen und genießen kann.

Ursachen für Erektionsstörungen?

Der Teufelskreislauf der Angst ist das Resultat einer unsicheren Erektion oder dem zu schnellen Ejakulieren beim Sex.

Doch warum leiden Männer unter Erektionsproblemen und kommen viel zu schnell beim Sex, obwohl es keine physiologischen Erkrankungen dafür gibt?

Diese Frage ist nicht so einfach und global zu beantworten. Jeder Mensch ist einzigartig, deshalb gehe ich hier allgemein auf häufig vorkommende Ursachen ein.

Männer, die sich gerne um die Lust des Gegenübers kümmern 

Das mag zwar im ersten Moment paradox erscheinen, doch nicht selten sind gerade Männer von Erektionsproblemen betroffen, die sich hingebungsvoll und ausdauernd um die Lust des Gegenübers kümmern. Hier sind sie die wahren Spezialisten und fühlen sich sicher. Die Lust des Gegenübers ist oftmals für die eigene Erregung dieser Männer sehr wichtig.

Durch das intensive Kümmern um den anderen, geht der Kontakt zum eigenen Geschlecht verloren

Durch dieses im Außen sein – nämlich beim Gegenüber - geht jedoch oftmals der Kontakt zum eigenen Geschlecht - dem Penis - immer mehr verloren. Die ganze Aufmerksamkeit des Tuns während des Sex wird dem Gegenüber geschenkt. Dadurch „verlernen“ diese Männer immer mehr das eigene Wahrnehmen der Erregung am eigenen Körper und vor allem am Penis.

Wenig Empfindungen am Penis und alte Glaubenssätze können eigene Lust verhindern

Manchmal sind auch gerade jene Männer sehr aktiv im Geben, die von Haus aus eher wenig Empfindung im Penis und Körper verspüren beziehungsweise nicht gelernt haben, sich voll und ganz der Lust hinzugeben. Hier stehen oftmals alte Glaubenssätze im Weg. Diese können im Rahmen eines Sexualcoachings aufgelöst werden.

Eine Sensibilisierung des Penis auf Berührungen und lustvolle Empfindungen ist möglich

Gleichzeitig hilft Sexological Bodywork (Sexologische Körperarbeit) bei der (Re)Sensibilisierung des Körpers und des Geschlechts. Dadurch ist ein Wahrnehmen von Berührungen und erregenden Reizen im eigenen Körper (wieder) möglich. Die Lust und Erregung muss nicht mehr im Außen gesucht werden.  

Männer, deren Erregungsmodus limitiert ist

Jeder Mensch lernt im Laufe seines Lebens, wie er sich am besten in sexuelle Erregung bis hin zum Orgasmus bringen kann.

Unsere Erregung ist eine neuronale Autobahn

Dieses Erlernen des individuellen Erregungsmusters (Erregungsmodus) beginnt bereits im Kindesalter und wird zu einer neuronalen Autobahn im Körper. Das heißt, wenn man sich in Erregung befindet, spielt der Körper sein Erregungsmuster automatisch ab. Für gewöhnlich machen sich die wenigsten Menschen darüber Gedanken und können dieses Muster auch nicht bewusst beeinflussen.

Das Wechselspiel von Museklanspannung und -entspannung führt zu einer sicheren Erektion und lustvollen Sex

Manche Männer stoßen im Laufe ihres Lebens mit ihrem erlernten Erregungsmuster an ihre Grenzen beim Sex. Gründe dafür können eine zu hohe Muskelanspannung oder eine zu geringe Muskelanspannung im Becken beim Sex sein. Dadurch ist die Blutzufuhr im Genital unzureichend und die Füllung der Schwellkörper mangelhaft. Zusätzlich ist oftmals die Atmung beim Sex sehr flach, Die Bewegung beim Sex nimmt vielleicht ebenso im Laufe der Jahre ab. All ist verhindert eine lustvoll erlebte Sexualität, in der die Lust und Erregung am ganzen Körper spürbar ist.

Pornos, BDSM und andere zusätzliche Reize sollen über Limitierung helfen - dies hilft nur kurzfristig

Manche Männer versuchen durch die Steigerung der Außenreize (Pornos, Fantasien, sehr reizvolle Frauen...) oder durch mehr Aufregung und dadurch mehr Muskeltonus beim Sex zum Beispiel im Rahmen von BDSM Spielen, diese eigene Limitierung auszugleichen.  Dies funktioniert in den meisten Fällen für einige Zeit, doch begünstigt es letztendlich wiederum andere Faktoren, die zu einer Erektilen Dysfunktion beitragen.

Benötigt ein Mann für seine Erregung und Erektion zum Beispiel einen sehr festen Druck am Penis bei der Masturbation, der im Laufe der Zeit auch immer mehr gesteigert wird, so kann dies schnell dazu beitragen, dass eine „normale“ Penetration als nicht mehr ausreichend erregend empfunden werden kann. Keine Vagina kann einem Penis diesen festen Druck ermöglichen, den dieser jedoch für seine Erektion brauchen würde.

Therapie und Behandlung von Erektionsstörungen

Erektionsstörungen haben grundsätzlich einen guten Behandlungserfolg, wenn medizinische Ursachen ausgeschlossen werden können. Deshalb ist eine urologische Abklärung wichtig. Erst dann kann man davon ausgehen, dass die Erektionsprobleme andere Ursachen haben - psychische oder physiologische - wie zum Beispiel einer zu hohen Muskelanspannung im Körper in Folge der Versagensangst.

Überschreibe negative Erlebnisse - Erfahre dich lebendig und lustvoll!

Eine genaue Standortbestimmung deiner Sexualität im Rahmen einer Sexualberatung nach Sexocorporel zeigt auf, in welchen Bereichen du deine Sexualität erweitern kannst. Ziel ist es, dass du wieder mehr Leichtigkeit und Genuss beim Sex erleben kannst. 

In der sexologischen Körperarbeit erfährst du, wie sich Atmung, Beckenbodenaktivierung und das bewusste Wahrnehmung der Berührung positiv auf dein sexuelles Erleben auswirken werden. Nimm dich lebendig und lustvoll wahr. Spüre den Unterschied deiner Erektion. Durch das körperlich erfahrbare Lernen, werden diese neuen Erfahrungen im Körpergedächtnis gespeichert und überschreiben so deine negativen Erlebnisse. 

Zusätzlich gib es individuelle Übungen für zu Hause,  die du selbst bei der Masturbation und beim Sex umsetzen kannst. 

Mein Blog-Artikel Was Mann tun kann, um seine Erektion zu verbessern?gibt dir bereits jetzt wertvolle Anregungen zum selber Umsetzen. Viel Lust und Genuss beim Ausprobieren.

Kurz & knackig

NEU: Masturbations-Coaching - Online!

Gemeinsam besprechen wir per Skype oder Zoom, was du in deiner Sexualität verbessern kannst, um eine bessere Erektion zu bekommen und/oder lustvoller und intensiver zum Orgasmus zu kommen. 

Im nächsten Schritt leite ich dich zu Wahrnehmungsübungen an und zeige dir, welche Möglichkeiten es gibt, dich auf neue lustvolle Weise zu berühren. Zusätzlich leite ich dich zur vertieften Atmung und mehr Beckenbewegung an. Dies aktiviert die Durchblutung in deinem Körper und Penis und führt zu einer intensiven Lusterfahrung

Klingt spannend für dich? Dann schreib mir oder ruf mich unverbindlich an. 

Definition Erektile Dysfunktion:

Schwierigkeit, über einen längeren Zeitraum eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr notwendige Erektion zu erlangen oder aufrecht zu erhalten.

Definition Ejaculatio praecox:

Sexuelle Störung des Mannes, bei der eine Ejakulation zu frühzeitig erfolgt, teilweise direkt nach dem Einführen des erigierten Penis in die Vagina, ohne dass dies mit einem lustvollen Orgasmus verbunden wäre.


Ursachen

Organische: IMMER zusätzliche Abklärung durch den Urologen empfohlen, um organische Ursachen ausschließen zu können wie z. B. Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Testosteronmangel.

Psychische: Sehr häufig. Zum Beispiel: Leistungsdruck, Versagensangst, beruflicher oder privater Stress, Depressionen, traumatische sexuelle Erfahrungen.

Medikamentös: Einige Medikamente verursachen als Nebenwirkung Erektionsstörungen. Sprich deinen Arzt darauf an. 


Das beste Mittel gegen eine Erektionsstörung, ist eine Erektion. 


Fallbeispiel eines Mannes mit Erektionsstörungen



Kontakt

Kontaktiere mich unverbindlich!

Telefon: 0660 6508549 
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Adresse: Böcklinstraße 80, 1020 Wien

Leistungen

  • Sexualberatung

    Ziel- und körperorientiert zu einer erfüllten Sexualität. 

  • Sexological Bodywork

    Erweitere dein sexuelles Potenzial über das körperliche (somatische) Lernen. 

  • Paarcoaching

    Für Paare, die ihre Sexualität intensiver und kreativer gestalten wollen.

Kontakt

Monika Seidel
Böcklinstraße 80
A-1020 Wien

Tel.: 0660/650 85 49
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!